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Road King kaufen: Worauf achtest du bei einer älteren Road King?

Wenn du eine Road King kaufen willst, achte bei einem älteren Modell vor allem auf drei Dinge: welcher Motor verbaut ist (Evolution oder Twin Cam), den Zustand von Motor und Antrieb und ob die Papiere sauber sind. Eine gut gepflegte Road King läuft noch zehntausende Kilometer ohne Probleme. Die Road King ist eines der beliebtesten Modelle, die ich verkaufe: In den letzten zehn Jahren habe ich rund 150 davon gekauft.

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Road King kaufen: rote Harley Road King mit Twin-Cam-Motor

Evo oder Twin Cam: Welche Road King kaufst du?

Die Road King (FLHR) kam 1994 mit dem 1340-ccm-Evolution-Motor. Ab Modelljahr 1999 bekam sie den Twin Cam 88. Beides sind gute Motoren, aber du prüfst sie unterschiedlich.

  • Evolution (1994-1998): Eine Evo muss einfach sauber sein, sonst kaufe ich sie nicht. Die Modelle von 1994 und 1995 haben immer einen Vergaser. Die sind entweder schön oder zu weit hinüber, um sie zu kaufen. Es sind herrliche Klassiker, die im Wert steigen; besonders die schwarz-silberne von 1994 ist sehr gefragt. Die späteren Evos sind ebenfalls sehr schön und werden auch mehr wert. Mein Rat: Kauf eine schöne, gepflegte, und lass eine ungepflegte oder einen Zweifelsfall immer stehen.
  • Twin Cam 88 (1999-2006): Achte auf die Steuerkettenspanner. Frag immer, ob sie getauscht oder aufgerüstet wurden. Bei höheren Laufleistungen ist das meist schon passiert. Unter 20.000 Meilen (etwa 32.000 km) musst du dir keine Sorgen machen, lass sie aber bei der nächsten Inspektion prüfen.
Harley-Davidson Road King von 1997 mit Evolution-Motor
Road King von 1997 mit Evolution-Motor

Mehr zum Evo-Motor liest du auf der Seite Harley-Davidson Evo.

Vergaser, Magneti Marelli oder Delphi-Einspritzung?

Ab 1996 gab es die Road King auch mit Einspritzung (FLHRI). Bis einschließlich 2001 war das ein Magneti-Marelli-System. Ab Modelljahr 2002 setzte Harley bei der Road King das Delphi-System ein.

  • Magneti Marelli (1996-2001): kann bei höheren Laufleistungen unruhig laufen. Teile wie das Steuergerät sind schwer zu bekommen.
  • Delphi (ab 2002): deutlich besser und zuverlässiger, und gut abzustimmen.
So erkennst du es: Schau unter den Tank. Eine Magneti-Marelli-Einspritzung hat zwei Anschlüsse an der Tankunterseite, Vorlauf und Rücklauf. Ein Vergaser oder eine Delphi-Einspritzung hat nur einen.
Magneti-Marelli-Einspritzung an einer Harley-Davidson Road King
Magneti-Marelli-Einspritzung
Blau-silberne Harley-Davidson Road King von 2000 mit Magneti-Marelli-Einspritzung
Road King von 2000 mit Magneti Marelli

Timken-Lager: Vorsicht bei einer Road King ab 2003

Bis einschließlich Modelljahr 2002 nutzte Harley ein Timken-Lager (Kegelrollenlager) als linkes Hauptlager im Motorgehäuse, auf der Antriebsseite. Das galt schon ab dem Shovelhead, über den Evolution, bis zum Twin Cam von 2002.

  • Ab 2003 stellte Harley beim Twin Cam auf ein normales Rollenlager um. Das war in der Produktion günstiger, weil das Lagerspiel nicht mehr von Hand eingestellt werden musste.
  • Warum das wichtig ist: Das Timken-Lager gilt als stärker. Wer einen Motor ab 2003 stärker machen will, lässt das Gehäuse oft bearbeiten, um doch ein Timken-Lager einzusetzen, zum Beispiel mit dem JIMS-Timken-Umbauwerkzeug. Mehr Hintergrund bei HDForums.

Mein Rat: Hat eine Road King ab 2003 größere Zylinder bekommen (ein Big-Bore-Kit), ist dieses linke Hauptlager ein Schwachpunkt des Motors. Frag dann immer, ob ein Timken-Umbau gemacht wurde. Bei einem Serienmotor ist das kein Problem.

Road King kaufen in Amerika: meine Checkliste

Das prüfe ich bei jeder Road King, die ich mir in Amerika ansehe. Vieles verrät, wie der Vorbesitzer mit dem Motorrad umgegangen ist.

  1. Kaltstart: Ich will den Motor kalt anspringen hören.
  2. Unterseite des Motors: Achte auf Undichtigkeiten, auch rund um den Motor und den Primärkasten.
  3. Ölleitungen: Sind die Originalschellen noch drauf, oder wurden die Leitungen mit fremden Schellen neu befestigt?
  4. Kühlrippen der Zylinder: Achte auf Oxidation. Das verrät viel darüber, wie und wo das Motorrad gestanden hat.
  5. Tank: Sitzen die Gummis an den Enden der Tankbefestigung noch sauber? So siehst du, ob der Tank schon einmal ab war.
  6. Gabelholme: auf Oxidation und Steinschläge prüfen.
  7. Scheibenbremsen: Sind sie noch original?
  8. Bremsflüssigkeitsbehälter: Prüf, ob er undicht ist oder war. Ausgelaufene Bremsflüssigkeit beschädigt die Oberfläche drumherum.
  9. Reifen: Welche Marke? Gute Markenreifen oder die billigsten?
  10. Teile und Zubehör: Wurde Geld in das Motorrad gesteckt, oder immer der billige Weg gewählt? Originalteile und gute Aftermarket-Teile sind teuer. Wer Geld in sein Motorrad steckt, geht meist auch sorgsam damit um.
  11. Armaturen: Funktionieren alle Kontrollleuchten und der Drehzahlmesser? Die Tankanzeige ist oft defekt.
  12. Probefahrt: Schalten, Bremsen, Vibrationen bei Geschwindigkeit.
  13. Nach der Probefahrt: Schau, ob die Zylinderfußdichtung schwitzt. Das siehst du erst, wenn der Motor warm ist.
  14. Fahrgestellnummer (VIN) mit dem Title vergleichen.
  15. Title: kein Salvage oder Rebuilt.

Wie viele Kilometer sind zu viel?

Ehrlich gesagt: nie zu viele. Eine Road King mit 80.000 km (etwa 50.000 Meilen) ist einfach schön günstig, rund $3.500 bis zum Hafen Rotterdam, und fährt noch prima. Motorräder mit so vielen Kilometern sind oft schon gut gewartet. Schau also vor allem auf den Zustand und die Punkte der Checkliste, nicht nur auf den Tacho.

Was kostet eine gebrauchte Road King?

Eine ältere Road King kostet in Amerika, inklusive Transport bis zum Hafen Rotterdam, ungefähr:

ZustandLaufleistungPreis bis Rotterdam
Günstiges Fahrmotorradca. 50.000 Meilen (80.000 km)ca. $3.500
Schöne Road Kingca. 40.000 Meilen (64.000 km)ca. $4.500
Gepflegte Road Kingca. 30.000 Meilen (48.000 km)ca. $5.500
Sehr gepflegte Road Kingca. 15.000 Meilen (24.000 km)ca. $6.000

Das sind Richtpreise. Sie schwanken oft von Monat zu Monat, je nach Angebot in Amerika. Dazu kommen der Transport ab Rotterdam, die Vollabnahme nach § 21 StVZO bei TÜV oder DEKRA und die Zulassung. Zoll fällt seit dem 1. Juli 2026 für Motorräder mit US-Ursprung nicht mehr an, wenn Ursprungsnachweis und Direktbeförderung vorliegen. Bei der Einfuhrumsatzsteuer gibt es zwei Wege: Bei der Verzollung in Rotterdam zahlst du niederländische Einfuhrumsatzsteuer (21 %, oder 9 % für ein anerkanntes Sammlerstück: Zolltarif 9705, mindestens 30 Jahre alt, Originalzustand), danach fährt die Harley ohne weitere Einfuhrabgaben nach Deutschland. Oder sie läuft im Versandverfahren (T1) bis zu einem deutschen Zollamt, dann gilt die deutsche Einfuhrumsatzsteuer (19 %, oder 7 % für ein Sammlerstück). Das T1-Verfahren kostet extra und lohnt sich vor allem bei teureren Motorrädern. Kaufst du als Unternehmen mit USt-IdNr., kann die Road King in Rotterdam im Zollverfahren 42 ohne niederländische Einfuhrumsatzsteuer abgefertigt werden. Du meldest dann in Deutschland einen innergemeinschaftlichen Erwerb an (19 %), den du gleich wieder als Vorsteuer abziehst. Auch die deutsche Einfuhrumsatzsteuer beim T1-Weg ist für dich als Unternehmen als Vorsteuer abziehbar. Im Ergebnis bleibt also keine Steuer als Kosten übrig. Mehr dazu unter Kosten für den Harley-Import aus den USA und Harley aus den USA zulassen. Ich rechne dir beide Wege gern vorher durch.

Road Kings, die ich abgeholt habe

Rote Road King mit Twin-Cam-MotorRoad King in Rot-Schwarz mit Twin-Cam-MotorHarley-Davidson Road King mit Twin-Cam-Motor und lila Custom-LackierungHarley-Davidson Screamin' Eagle Road King CVO von 2002 (FLHRSEI)

Soll ich für dich eine Road King in Amerika suchen?

Du willst eine Harley-Davidson Road King kaufen, aus einem bestimmten Baujahr oder in einer bestimmten Farbe? Ich suche, prüfe und verschiffe sie nach Rotterdam, von dort geht sie weiter nach Deutschland. Sieh dir auch die Road Kings im Angebot an oder lies, wie eine Harley in Amerika kaufen funktioniert.

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